Schule in der DDR – Die ersten Jahre

Ich gehörte zu denen, die schon mit 6 Jahren in die Schule in der DDR gekommen ist. Das war 1961. In der 1. Klasse wurde gleich richtig losgelegt, man lernte die Buchstaben und mit denen auch gleich das Lesen. Kuschelecken, wie heute gabs nicht. Bei allem Eingehen auf die Kinder, ich denke nicht, das das gut ist.

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Das blaue Halstuch

Irgendwann wurden wir dann in die Jungpioniere aufgenommen. Als 6 Jährige war ich wirklich stolz auf das blaue Halstuch, -man gehörte eben zu einer großen Gemeinschaft. Später hatte ich dann das Problem, das das Teil immer dann verchwunden war, wenn es gebraucht wurde, also zum Appell oder wenn man Pionier vom Dienst war. Pionier vom Dienst, das hieß, man achtete darauf, daß die Tafel sauber war, Kreide im Kreidekasten lag und kontrollierte die Anwesenheit. Dazu hatte man dem Klassenlehrer bei Stundenbeginn eine Meldung zu machen. Ja, und wenn das Halstuch dann nicht da war, hatte man in Ordnung garantiert eine 5 gefangen. Meine Mutter war wegen dem dussligen Halstuch schließlich so entnervt, daß sie mir aus blauem Fahnenstoff ein paar genäht hat. Man konnte sie zwar auch in der Spowa (Sportwarenfachgeschäft) kaufen, aber da mußte man Glück haben sie zu bekommen. Die selbst genähten Halstücher meiner Mutter waren größer und viel blauer als die normalen.und sahen besser aus. Auch deshalb gabs Querelen, aber mit den Mitschülern, weil sie „ihre Halstücher nicht genug gepflegt hatten, um die tolle Farbe zu erhalten“
In der 4. Klasse wurden wir dann Thälmann-Pioniere, bekamen ein rotes Halstuch dazu und einen Aufnäher mit einem Sputnik. Der Aufnäher paßte von der Größe nicht richtig auf das normale Halstuch, ich hatte mit meinen Riesenteilen natürlich keinerlei Probleme.

Allgemeines

Bis in die 4.Klasse wurden nur die Fächer Mathe, Deutsch, Musik, Zeichnen, Heimatkunde und Sport unterrichtet. Wie habe ich Sport gehaßt. In den höheren Klassenstufen kamen dann  Physik, Chemie, Russisch, Erdkunde, Biologie usw. dazu. Fakultativ konnte man noch Englisch und Französisch belegen. Nach meiner Einschäzung war der Unterrichtsstoff solide aufgebaut, man bekam ein gutes Basiswissen gelehrt. Ich rechne heute noch auf Grundlage des damalig Gelehrten die Rabattprozente beim Einkaufen im Kopf aus. 😉
Unsere Schulbücher konnten wir komplett als kostenlose Leihexemplare von der Schule bekommen. Wir haben die meisten selber gekauft, denn die Preise waren nicht hoch. Wenn ich mich recht erinnere hat mein Tafelwerk Physik damals zwischen 2 und 3 Mark gekostet. Schulhefte waren äußerst preiswert, kamen etwa 10 Pfennige.

 

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